Quelle: Rheingau Echo, Ausgabe vom 22.07.2010
RheingauCenter Nachrichten
Gasversorgungsleitung bei Gleisbauarbeiten beschädigt
Feuerwehren von Ober- und Niederwalluf waren als Erste vor Ort / Kurzzeitig bestand Explosionsgefahr

Bild: Feuerwehr Niederwalluf
Bei Gleisbauarbeiten ist im Bereich von Niederwalluf eine Gasversorgungsleitung beschädigt worden.
Walluf. (mh) – In der Nacht zum Freitag ist es bei Gleisbauarbeiten im Bereich von Niederwalluf zu einem Leck an der Gasversorgungsleitung gekommen. Daraufhin ist, wie der Stellvertretende Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Niederwalluf Oliver Schütz mitteilte, massiv Gas ausgetreten. Laut Aussage des Gasversorgers ESWE Wiesbaden seien es cirka 5.000 Kubikmeter gewesen. Kurzzeitig habe an der defekten Stelle Explosionsgefahr bestanden.
Nachdem zunächst angenommen worden sei, daß die Hauptgasleitung in Richtung Rheingau beschädigt wurde, habe sich jedoch herausgestellt, daß es sich um eine Stichleitung in Richtung Wallufer Gewerbegebiet handelt. Die Leitung quere die Bahnlinie cirka 100 Meter hinter dem Gewerbegebiet in Richtung Schierstein.
Die Feuerwehren aus Nieder- und Oberwalluf sind, wie Schütz sagte, kurz nach ein Uhr in der Nacht alarmiert worden. Außerdem seien auch zusätzliche Kräfte aus Eltville und der Berufsfeuerwehr Wiesbaden mit Spezialfahrzeugen angefordert worden. Die Eltviller Feuerwehr sei mit ihrem Mess-Gerätewagen angerückt, um Messungen im Bereich des Gewerbegebietes sowie in Blumenviertel und der Hauptstraße von Walluf vorzunehmen. Zeitgleich habe die Berufsfeuerwehr Messungen im Bereich von Schierstein durchgeführt. Außerdem sei Kreisbrandinspektor Gunther Reiber zum Einsatzort gekommen und habe von ihm die Einsatzleitung übernommen. Insgesamt seien 75 Einsatzkräfte vor Ort gewesen.
Wie Schütz ferner berichtete, habe das ausströmende Gas so extrem laute Geräusche verursacht, daß eine Verständigung der Feuerwehrleute an der leckgeschlagenen Stelle unmöglich gewesen sei. Dies sei erst 50 Meter weiter möglich gewesen. Die Aufgabe der Wallufer Feuerwehren habe zunächst darin bestanden, dafür zu sorgen, daß der Strom in der Oberleitung abgeschaltet wurde und die Leitungen zu erden. Ein einziger Funke hätte genügt, so Schütz, um das Gas zu entzünden. Anschließend sei mit einem Spezialmittel der Berufsfeuerwehr Wiesbaden der Brandschutz sichergestellt worden. Gleichzeitig hätten die Wallufer Wehren eine Wasserwand aufgebaut.
Für die Wallufer Bevölkerung hat nach den Worten von Schütz zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden. Da das Gas aufgrund des Windes aus Westen in Richtung Schierstein geströmt sei, sei der dem Gas beigemischte Knoblauchgeruch in Walluf nicht bemerkt worden. Gegen 4 Uhr habe der Gasversorger die defekte Leitung mit Schiebern abgeschottet.
Die Versorgung der Einsatzkräfte wurde durch den Betreuungszug Deutsches Rotes Kreuz Rheingau sichergestellt.